Schmierstoffe für Wälzlager

Öl- und Fettschmierung richtig auswählen

Wälzlager sind eines der am häufigsten verbauten Maschinenelemente – und die Schmierstoffauswahl ist entscheidend für Lagerlebensdauer und Verschleiß. Im konvergierenden Schmierspalt bildet sich durch Geschwindigkeit und Schmierstoffviskosität eine Schmierfilmdicke. Ist sie zu niedrig, werden die Reibpartner nicht sicher getrennt. Ist sie zu hoch, steigen Laufwiderstand und Wärmeentwicklung.

 

Darstellung eines kleinen und eines großen mit ELKALUB Schmierstoffen ausgestatteten Wälzlagers

Unsere Schmierstoffe für Wälzlager

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Maschinenelement
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Funktionalität
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NLGI-Klasse
NLGI-Klasse
Produktfreigabe
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Basisöl
Basisöl
Verdicker
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Schmierfilmdicke, Viskosität und Praxisbezug

Die notwendige Schmierstoffviskosität kann z.B. im Rahmen der modifizierten Lebensdauerberechnung nach DIN ISO 281 abgeschätzt werden. In der Praxis bleiben Berechnungen jedoch Annäherungen, weil Schmierstoffadditive (EP-/AW-Additive), viele Basisöle (z. B. Polyglykol- oder Esteröle) sowie Verdicker und Festschmierstoffe bei Fetten nur begrenzt abgebildet werden. Ähnlich gilt dies für die rechnerische Bestimmung von Nachschmierfristen. Deshalb sind Erfahrungswerte, Erkenntnisse aus vergleichbaren Anwendungen und praxisnahe Dauertests häufig aussagekräftiger als reine Rechenmodelle.

 

Ölschmierung bei Wälzlagern

Ölschmierung ist aus physikalischer Sicht meist im Vorteil: Dünnflüssiges Öl erreicht die Kontaktzone schnell und unterstützt eine effektive Wärmeabfuhr. In Getriebekombinationen ist die Verzahnung oft maßgeblich für die erforderliche Ölviskosität. Für den Verschleißschutz sind neben der Viskosität vor allem die Additive entscheidend. Bei hochbelasteten Lagerstellen liefern FE8-Testergebnisse (DIN 51819) eine belastbare Abschätzung zur Leistungsfähigkeit des Schmieröls – insbesondere im Blick auf Wälzkörper- und Lagerkäfigverschleiß.

Fettschmierung, wenn Ortstreue gefordert ist

Fettschmierung ist immer dann notwendig, wenn der Schmierstoff ortsfest sein muss, etwa bei Abdichtungsanforderungen oder wenn Ölversorgung nicht möglich ist. Ein bewährter Startpunkt ist ein lithiumverseiftes Mineralölfett mit mittlerer Grundölviskosität (ca. 100 mm²/s) und NLGI 2.

Auswahlregeln für Fett (Last, Drehzahl, Temperatur)

  • Hohe Lasten, große Lager, niedrige Geschwindigkeiten, mehr Linienkontakt/Gleitanteile: höhere Grundölviskosität (> 220 mm²/s) vorteilhaft.
  • Kleine, schnelllaufende Lager mit niedriger Last: niedrigere Grundölviskosität (< 68 mm²/s) meist besser; eine Abschätzung ist über den ndm-Wert möglich.
  • Maßgeblich ist immer die Betriebstemperatur: Daraus ergibt sich die Betriebsviskosität.

Geräusch, Alterung, Additive und Konsistenz

Geräusch- oder schwingungsdämpfende Anforderungen sprechen oft für höhere Grundölviskositäten oder geringe Festschmierstoffanteile. Für geräuscharme Lager sind homogene Verdickersysteme entscheidend. Bei Dauertemperaturen über 120 °C rücken Alterungsstabilität und Oxidationsbeständigkeit in den Vordergrund; FE9-Tests (DIN 51825) liefern eine erste Eignungsabschätzung. Die NLGI-Klasse muss zur Anwendung passen: NLGI 2 ist typisch für manuelle Schmierung, NLGI 00/000 für automatische Anlagen. Niedrige Temperaturen benötigen eher weichere Fette (NLGI 0/1), hohe Temperaturen oft festere (NLGI 3) für bessere Ortstreue.

FAQ zu Wälzlager-Schmierstoffen

Für Wälzlager ist Öl aus physikalischer Sicht häufig besser, weil es schneller schmiert und Wärme effizienter abführt. Fett ist sinnvoll, wenn Ortstreue benötigt wird oder eine Ölversorgung nicht möglich ist. Entscheidend sind Last, Drehzahl, Temperatur und Dichtungskonzept.

Die Viskosität für Wälzlager lässt sich rechnerisch (z. B. DIN ISO 281) abschätzen, ist aber stark von Betriebsbedingungen abhängig. Relevant ist die Betriebsviskosität bei Lagertemperatur. Additive und Basisöle beeinflussen die Praxis deutlich und werden nicht immer ausreichend modelliert.

EP- und AW-Additive unterstützen den Verschleißschutz in Wälzlagern, besonders bei hohen Lasten und Mischreibung. Sie wirken ergänzend zur passenden Viskosität und können Käfig- und Wälzkörperverschleiß reduzieren. Für belastete Anwendungen helfen FE8-Tests bei der Bewertung.

Nachschmierung ist bei Wälzlagern relevant, wenn Fettgebrauchsdauer, Temperatur, Verschmutzung oder Wasserzutritt die Schmierung beeinträchtigen. Rechnerische Nachschmierfristen sind nur grobe Hinweise. Praxisdaten, Erfahrungen aus ähnlichen Anwendungen und Dauertests liefern oft die sicherere Grundlage.

Für schnelllaufende, geräuscharme Wälzlager sind Fette mit niedriger bis mittlerer Grundölviskosität und besonders homogenem Verdickersystem wichtig. Der ndm-Wert hilft bei der Einordnung. Zusätzlich sollten Geräuschprüfungen je Charge berücksichtigt werden, um konstante Laufruhe zu sichern.

ELKALUB Hochleistungs-Schmierstoffe: allgemeine Produktübersicht

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Fazit

Ob Rollenlager, Kegelrollenlager, Schrägkugellager oder Nadellager: Die richtige Schmierstoffauswahl verbindet passende Viskosität, Additivpaket, NLGI-Klasse und Nachschmierung mit praxisnahen Tests. Sprechen Sie mit ELKALUB – wir unterstützen Sie bei der Schmierstoffauswahl für Ihre Wälzlager und prüfen die Auslegung anhand Ihrer realen Betriebsdaten.

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